MEIN NAME IST BEDAUERN

by Start A Fire

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credits

released January 11, 2014

on Twisted Chords | TC111 (www.twisted-chords.de)

Alex ~ Drums • Percussion • Samples
Daniel ~ Guitars • Voice
Sebastian ~ Guitars
Pana ~ Bass • Voice
Jan ~ Voice • Lyrics • Samples • Artwork

Steffen Kieser ~ Production • Mix
Philipp Welsing ~ Mastering (Original Mastering)
Maik Czymara ~ Guestvocals for "Am Ende steht der Wasserwerfer"
Arne Hübner ~ Guestvocals for "Wir sehen uns in Nimmerland" • Radio announcer for "Legoflugzeuge" • Covermodel

"Legoflugzeuge" was written for Antonino R.
"Wir sehen uns in Nimmerland" is dedicated to Daniel W. and Jan O.

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Track Name: Sturm und Drang
1 Sturm und Drang

Die Trommel schlägt den Takt, die Saiten sind gespannt.
Bühne frei und auf ins Glück. 
"Die laute, schnelle Welt auf der Überholspur abgehängt wählen wir den Weg der Wünsche, die wortlos wertlos sind."
So wachsen sie an Taten, an Wunden und am Raten der Idole, die sie vergöttern und die viel zu viel erwarten.

Im Übermut, im Eifer und Sorgen, die aus Plastik sind, entsteht die wahre Schönheit, die nicht gepflegt, genährt, gestärkt ganz rabiat verblüht.

Ankunft im Grün oder Schatten der vier Wände deines Lebens,
mit der Aussicht auf Geschichte und dem Ich im Zahn der Zeit.
Ungehemmt und dennoch frei ist der Tag an dem du lachst.
Und ist er irgendwann vorbei, bist du wohl aufgewacht.
Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn das Licht angeht.

In Ungeduld, im Eifer und Sorgen, die nun fleischlich sind, entsteht der
graue Alltag, der wohl bekämpft, beschimpft, bespuckt doch nicht
vergehen will.
Track Name: Legoflugzeuge
2 Legoflugzeuge

September birgt den Rauch, ganz still und heimlich schwebend,
von Instrumenten bis zum Heck und versteckt zentral zurück.
Ist er dann endlich wahrgenommen, ist es bereits zu spät. Es ist schon längst zu spät.

Die Wellen an meiner Wand erinnern mich daran. Jeden Tag, jede Stunde, jede einzelne Sekunde: "Ich wollte dir nur sagen..." und diese Nacht ward endlos lang.

"Einst kommt auch Zeit und fordert deinen Lieben - Solch ein Gedank‘ ist wie ein Tod; er treibt zum Weinen, dass du hast, was dir nicht bleibt." Und nun bist du nicht mehr.
"Steht nicht an meinem Grab und weint, ich schlafe nicht, wie ihr es meint. Ich bin der Wind in Wald und Feld, ich bin ein Schnee, der sachte fällt." Und mein Herz zerbricht in dreizehn Teile.

Die Trauer ist ein Mysterium. Sie kommt und geht und irgendwie auch nicht. Mal bleibt sie stundenlang, dann wieder hört man sie bloß rufen: "Erinner‘ dich, erinner‘ dich!"

Und jeden Tag wird´s dunkler, das Augenzwinkern ändert alles.
Ein Restesaufen zum Wohl des Glücks beginnt.
Doch jeder Schluck schmeckt bitter, kein einziger löscht deinen Durst.

Und alles, was dann übrig bleibt, fest eingebrannt und unauslöschlich: "Ich hoff‘, es geht dir gut, dort wo du bist."
Dies ist das traurigste Lied der Welt, auch wenn es keiner merkt.
Track Name: Die Revolution entlässt ihre Kinder
4 Die Revolution entlässt ihre Kinder

"Wir sind der Abschaum unserer Zeit.
Versifft, verlogen, falsch und frei.
Im Morgengrauen dieser Stadt,
der Kotzreiz nach dem Einheitsbrei."

Wir sind die Geißel eures Entscheidungswahns, zwischen Selbstverwirklichung und Prokrastination.

"Wir sind eure Kinder, wir sind euer schlimmster Albtraum,
wir kommen wieder, Nacht für Nacht.
Kein Bruchteil eures Zeitgeists verdient den Hauch von Akzeptanz.
Wir sind die zehn Gebote 2002."

"Die Nacht ist hell, der Tod kann uns nichts tun.
Auf den Gleisen vor der S-Bahn - Scheißegal, wir sind noch wach.
Vor den Toren unserer Schulen schon so manchen Brand entfacht, doch nichts wird ewig halten, auch dieses Feuer ist zu schwach."

Ich singe ein Lied über das Leben, sonst werden alle sterben.
Ich bin zu alt für diesen Scheiß. Ich bin zu alt für diese Lügen.
Zu viel gesehen, zu viel geschluckt. Nur die Jugend hat die Wut.

"Wir sind eure Kinder. Wir sind die neue Freiheit.
Wir sind das was übrig bleibt. Wir sind bei Verstand."
Track Name: Mein Leben als Bernsteinzimmer
5 Mein Leben als Bernsteinzimmer

Die Jahre ziehen ins Land, die Tage werden älter.
Gesichter ausgelöscht im Lauf der Zeit.
Das helle Tageslicht, es blendet meine Augen.
Ich zieh‘ den Vorhang zu und verstecke mich im Nichts.

Wir zahlen einen Preis für den Wohlstand des Vergessens.
Und nennt mich einen Schwätzer, ja, nennt es ruhig vermessen,
wenn ich euch sage: Dieser Preis, er ist zu hoch!
Ich habe es durchlebt und bereu‘ es immer noch.

Wir waren mal verliebt, jetzt sind wir nur noch zynisch.
Der Kopfschmerz trübt den Geist. Was ist mit uns passiert? 

"Sieh, was ich geschaffen hab‘. Die Sterne und den Mond."
"Ich sehe nur mein Himmelszelt, es leuchtet dunkelrot."

"Jeden Abend werfe ich eine Zukunft hinter mich,
die sich niemals mehr erhebt,
denn sie hat im Geist gelebt.
Neue Bilder werden, wachsen;
Welten drehn um neue Achsen,
werden, sterben, lieben, schaffen.
Die Vergangenheiten klaffen.
Tobend, wirbelnd stürzt die Zeit
in die Gruft. Das Leben schreit!
Track Name: Willkommen in der Notaufnahme
6 Willkommen in der Notaufnahme

Die Namen fremder Freunde auf Knopfdruck in meinem Raum.
Ich kann und will sie nicht mehr sehen.
Sie sprechen Worte, die ich nicht verstehen kann
und tragen Masken voller Schmutz.

Eingelullt vom Eigensinn spucken sie in mein Gesicht
was ich nicht sehen kann, was ich nicht sehen will.

Es ist der Krebs für den Moment, den ihr nicht durchschauen wollt. Hier bist du Gast, hier find ich dich.

Vier Fetzen aus meinem Mund werd‘ ich dir schenken und mehr nicht: „Vergiss nicht zu überleben!“
Lass dir auch bloß dies gesagt sein, in deinem wilden Wahn:
„Vergiss nicht zu überleben.“

Nur wer zugibt was er ist kann erreichen was er will.
Ich bin der Tod. Ich bin mein Tod.
Track Name: Am Ende steht der Wasserwerfer
7 Am Ende steht der Wasserwerfer

Sinfonien und Synkopen, Synergien und Synthetik.
Syntax Error, Syntax Error: Worte fluten meinen Kopf.
Zusammenhangslos. Zerschnitten. Eindruck um des Eindrucks Willen. Information steht zum Verkauf. Ich muss hier raus.

Und wir stehen nur da,
Hand in Hand, von Verzückung gezeichnet.
Glauben jedes Wort, das man uns sagt.
Für Schlafes Bruder sollt‘ es reichen.

"Diese Gradheit, die Sie in allem strikt verlangen,
diese Rechtschaffenheit, darin Sie sich verschanzen,
ist sie, da wo Sie lieben, auch erkennbar?"

Synagogen und Synoden, Synapsen und Systeme.
Syntax Error, Syntax Error: Die Zeit reißt euch vom Thron.

Heut ist der Tag gekommen, an dem die Welt bebt wie noch nie.
Bleib bei mir und ergötze dich an dieser kleinen Utopie.

Das Gewissen ist keine Entscheidung der Ordnung,
nur die Interpretation der Angst.
Sprich ein letztes ‚Vater unser‘, der Zahltag ist schon nah.

"Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie,
ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend.
Ich will Sünde.

Propheten und Prothesen, Proleten und Pogrome,
Pro-Kopf-Error, Pro-Kopf-Error: Du kannst es nicht verstehen.
Track Name: Die Geister, die ich rief
8 Die Geister, die ich rief

Und wieder warten wir auf Tage voller Klang.
Der Rhythmus unserer Sprache ist uns viel zu lang bekannt.
Vielleicht schon morgen rauben Worte flimmernd uns die Luft
und wir ertrinken im Vergessen, im Gold, im letzten Kuss.

Dieses Warten macht einsam, das Fieber lähmt die Sinne
und du vergisst, wer du einst warst.
Im Dank kniest du vor deinem Ich und betest zu dir selbst,
dass auch die nächste Morgenröte dein stolzes Herz erhellt.

Wir schreiben unsere Sätze in Windungen des Paradoxen,
ohne Unterlass hinaus in die Schönheit dieser Welt.
Dabei ist es nur der Auftakt, der Einmaligkeit besitzt
- die Farbe der Gedanken, ein schlechter Witz.

Ich liege im Fieber, ich liege im Traum,
im schlummernden Wunsche. Ich liege im Wein.

Der Wahn ist gewichen, die Blütezeit ist dein.
Nun halte dein Glück, memento mori, good bye.
Nun halte die Hand, atme aus, atme ein.
Im Abglanz vom Licht bist du nicht allein.

Ich liege im Fieber, ich liege im Traum,
in ehrlicher Nacktheit. Ich liege im Glauben.
Track Name: Auch Hamburg kann nicht helfen
10 Auch Hamburg kann nicht helfen

An diesen Wänden kleben Worte, die schon längst unzählbar sind. Doch ich kann nicht hören, ich kann nicht lesen, ich bekomme nichts von ihnen mit.
Die Zeit hat sie verändert und es ist ruhig geworden, so ruhig.

"Dies ist der Erde Nacht, und Regen fällt hernieder.
Ich habe meine Lieder und Taten nicht vollbracht.
Die Welt ist voll Verdruss, kein Stern scheint meinem Wege.
Wenn ich mich niederlege, erwartet mich kein Kuss."

Mir fehlt der Schlaf von tausend Nächten,
die Augen kann ich doch nicht öffnen.
Nur der Atem an der Scheibe erzählt Geschichten aus meinem Kopf. Ein Lachen zerreißt die Stille.
Das süße Gefühl der Übelkeit krepiert am Fünkchen Hoffnung.
Oh, welch schaurig schöne Sinfonie.

Zuhause ist´s auch nur am schönsten,
wenn man ein Zuhause hat, doch
Stuttgart brennt, Berlin ist tot
und Straßburg sowieso.
Verona ist Vergangenheit,
genauso wie Bordeaux.

Und welche Worte hast du gewählt,
in deinem schmerzverzerrten Spiel?
"Du bebst vor allem, was nicht trifft, und was du nie verlierst,
das musst du stets beweinen."
Wie kannst du nachts bloß schlafen,
mit meinem Herzen in deiner Hand?
Ich schreie, weil es um alles geht.
Nur der Lärm übertönt die Angst.
Track Name: Monster
11 Monster

Die Nacht hat uns gemästet, dann gefressen
und ausgekotzt im Angesicht des ersten Tageslicht.

Im Lärm der glühenden Verdammnis schleichen wir von Ort zu Ort und betteln um Vergebung. "Erlöse uns", ertönt es jede Nacht, doch nichts hat sich verändert.
Wir singen zum Bild des Totentanz‘
und zählen die Errungenschaften im Kampf gegen das Gestern.

So sage mir, mein lieber Freund, wie soll es denn jetzt weitergehen?
Ich kann bald nicht mehr stehen.
Und es schmerzt immer noch, ja es brennt immer noch,
es schreit immer noch und will auch nicht vergehen.

Ich habe Narben im Gesicht, dank meines Selbsterhaltungstriebs
- ein perfider Selbstzerstörungstrip und nichts hat sich verändert!
Ich schmachte nach Lust und Liebe, doch fresse Tod und Hass.

Wie es wohl weitergeht?
Ich weiß es nicht. Ich frage dich.
Ich bitte dich, breche mir die Beine und versperre diesen Weg.
Denn das Licht, es ruft nach mir,
es zieht mich näher zu sich her.
Und nichts hat sich verändert.
Track Name: Grammatur von Grau
12 Grammatur von Grau

Ich habe mit dem Leben gespeist und den Tod dreist ausgefragt,
dem Teufel den Himmel erklärt und zu Gott hab ich gesagt:
"Das Ende ist kein Anfang, die Nacht wird nicht zum Tag."
Die Freiheit hab ich erdrosselt und der Wille liegt im Sarg.

Beigesetzt im Glanz des Glücks, erfroren an Erkenntnis.
Ist die Ewigkeit es wert, das Kreuz der Schuld zu tragen?
Kein Schrein der Hoffnung wird mir vergeben
und ich möcht´ es nicht mehr, dieses Leben.

Mein Name ist Bedauern.

Und so schnell wird es egal, dass man erkennt, was einmal war.
Es ist auch nicht so wichtig, ist es doch nur `ne Zahl.
Geredet, gelogen, verschwendet, zertrümmert.
Den letzten Weg geh´ ich allein.

Ich war nie wert, was ihr mir gabt. Es ist niemandes Schuld.
Den letzten Schritt, den letzten Tag, ich habe alles selbst gewollt. Vielleicht könnt ihr verstehen, ich weiß nicht wie es geht.
Dies ist kein "Auf Wiedersehen."
Atem. Antwort. Aus.
Track Name: Wir sehen uns in Nimmerland
13 Wir sehen uns in Nimmerland

Der Regen fällt auf Köpfe, die versammelt sind in Stille
und nur die Zeit scheint unaufhaltsam. Es ist der 11. Februar.

"Wir haben uns hier versammelt um Abschied zu nehmen
von Schuld, von Reue und dem Wunsch zu vergessen wer wir sind. Wir nehmen Abschied vom Schutz der Nacht."

"Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid."

"Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier. Ist immer dort."
Glück ist ein verhexter Ort,
findest ihn doch nur im Leben.
Habe ihn längst aufgegeben
und am Ende fehlt dein Wort.

"‘Ich habe Angst vor dieser Welt’, hast du so oft gesagt.
Und ‘Was helfen schlaue Sprüche’, dachte ich und ich vergaß.

Aus Schweigen wurde Leugnen
und aus Leugnen wurde Flucht.
Du hast nie gelernt zu sprechen.
Und übrig bleibt ein Wunderland
voll Lüge, Schein und Selbstbetrug
- dein schillerndes Vermächtnis aus Scheiße, Sex und Brot.

'Das letzte Hemd hat keine Taschen, du nimmst bestimmt nichts mit.' Bleibt mir wohl nur der letzte Gruß. Du kommst nicht mehr zurück."

Sind wir denn nicht bloß Opfer eines unverhohlenen Traums,
im Kreise fremder Götter beim Sterben oft bestaunt?
Die Tore schließen, die Nacht bricht an.
Es ist dunkel hier unten, ich bin allein.
Das Leben versinkt in Unendlichkeit...
Am Ende ein Anfang?
Mir ist kalt.